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JIM AVIGNON : up to date

11.03.2021

  • JIM AVIGNON : up to date

Der "schnellste Maler der Welt" JIM AVIGNON hat wieder zugeschlagen. Während der Pandemie sind über 50 neue Werke entstanden. Wir heißen Sie gerne willkommen zur Ausstellung UP TO DATE in der HEITSCH GALLERY. Am 19. März sind sie herzlich eingeladen uns in Time-Slots von 30 Minuten zwischen 14 und 20 Uhr zu besuchen! Aufgrund der derzeitigen Situation möchten wir Sie um eine Voranmeldung an pr@heitschgallery.com bitten.

Der kreative Allrounder Jim erzählt in einer farbintensiven, bildkünstlerischen Sprache von der noch nicht erloschenen Aktualität der Errungenschaften der Klassischen Moderne. Seine Bilder bestechen durch ihre eindringliche Auseinandersetzung mit zeitgenössischen, gesellschaftskritischen Themen und durch die Anlehnung an das „offene Kunstwerk“ Umberto Ecos, indem sie, wesensmäßig verwandt mit der Neuen Sachlichkeit, einen spielerischen Umgang mit der malerischen Tradition befördern. Der Betrachter erkennt auf den ersten Blick zahlreiche Paraphrasen von ikonographisch bedeutenden Figuren und Motiven Alter wie Neuer Meister. Aus Avignons Biografie als Berliner, sind seine Motive genauso von Max Beckmann und Georg Grosz beeinflusst, wie inspiriert von Picasso von seinen Erfahrungen in Frankreich. Auf engen Bildraum drängen sich die Paraphrasen aus vielfältigen, simultan vorgetragenen Sehperspektiven und spiegeln die heutige, symptomatische Rastlosigkeit und den erdrückenden Versuch, die Informationsflut zu bewältigen, wider. Genau an dieser Stelle – Jim Avignon bezeichnet sich in dualistischer, ambivalenter, geradezu paradoxer Weise als der „schnellste Maler der Welt“ – bezieht er sich auf die neusachlichen Topoi des grenzenlosen „Verkehrs“, des „Schnelligkeit- und Effizienzzwanges“, der entmenschenden „Isolation“ und „Entfremdung“ und der damit verbundenen inneren „Kälte“, um die Situation der 1920er Jahre in Relation zu der pandemiebedingten Wirklichkeit der 2020er zu stellen. Er denkt die Begriffe aus heutiger Sicht weiter und postuliert ein „Scheitern in der überbeschleunigten Welt“. Was Avignon als Maler und Seismograph unserer Zeit verarbeitet, entspricht dem damaligen Zeitgeist, wie die aktuell laufende Ausstellung „Welt im Umbruch. Von Otto Dix bis August Sander – Kunst der 20er Jahre“ im Stadtmuseum München bestätigt.

Heitsch Gallery lädt Sie, werte Kunstinteressierten, zu der Ausstellung „Jim Avignon – up to date“ ein. Folgen Sie dem Künstler in diese mannigfaltigen, parallel existierenden, fragmentarisch ineinandergreifenden Welten, in denen gewohnte Seherfahrungen irritiert werden. Bereits das Titelbild „up to date“ zeigt: Es gibt kein Entkommen. Dem extrem nah positionierten Matrosen wurde buchstäblich den Stecker gezogen – ein hohläugiger rosa Rabe hält das gerissene Kabel im Schnabel. In seinen Gedanken halten sich Tod und Versuchung in weiblicher Gestalt die Waage. Weiterhin werden der mörderische Kapitalismus durch den Immobilienhaifisch mit Zigarre, die sich verselbständigende Technik und die Femme fatale im großformatigen Acrylbild thematisiert. Kubistische und neusachliche bildgestalterische Mittel verhelfen Jim Avignon zur Wiedergabe der dualistischen, für die heutige Zeit ebenso charakteristischen Wahrnehmung. Die Figuren erstarren zu leb- und beziehungslosen, austauschbaren Schablonen, manche von ihnen wie die schreitende Frau gaukeln auch Dynamik vor. Dualistisch wirkt auch der Gegensatz von Statik und Instabilität der Kulisse, von Nah- und Fernsicht, sowie die Mehrperspektivität der Objekte. Pop Art ist Jim Avignon auf mehreren Ebenen vertraut – einerseits durch seine Tätigkeit in der Werbung u.a. für Swatch, andererseits durch seine Urban Art, zum Beispiel seine Guerilla Aktion während der Documenta X. Jim Avignons Bilder sind Welten. Lassen Sie uns diese gemeinsam erfahren.