Jede der ausgestellten Künstlerinnen beherrscht auf ihre unverkennbare Art souverän ihr Metier und definiert in einer tiefgründigen, teils grotesken und psychologisch übersteigerten Bildsprache die Domäne der Männerwelt.
Die großformatigen Gemälde von Andrea Bender, Meisterschülerin von Jörg Immendorff und Dieter Krieg, entwickeln mit ihren unförmigen und zur Karikatur übersteigerten fleischigen Kreaturen eine eigenartige Sogwirkung. Da tanzen Putten in winzigen Stöckelschuhen obszön mit luzid blickenden Affen, da ergehen sich ebenso füllige Wesen unter Palmwedeln im Bade oder in einem sumoartigen Leib erscheint eine unheimliche Brut.
Auch Annedore Dietze zeigt den menschlichen Körper und ein wiederkehrendes Motiv, den Jagdhund, ohne glättende Schönheit. Bedrohlich zähnefletschend, grausam blicklos und gefährlich dynamisch scheinen die Tiere förmlich aus der Leinwand zu springen. Dietzes Körperlandschaften sind von fast lakonischer Grausamkeit.
Slava Seidel unterdessen konzentriert sich auf Architekturen. Ihre erträumten, nicht realen, Gebäude haben stets eine bühnenhafte Anmutung. Ihre etwas düsteren, ja kafkaesken, Räume beschwören eine feierliche und zugleich unheimliche Atmosphäre.
Bizarr und geheimnisvoll, jedoch ebenso befremdlich und poetisch sind die Traumwelten von Gabriele Koch aus München. Ihre Bildwelten sind auf eigenartige Weise radikal modern und zeitlos zugleich. So scheinen die Akteure auf den Bildern von Mythen, Sagen und Allegorien zu erzählen. Die Menschen, die sie mit großer Könnerschaft oftmals fotorealistisch darstellt, sind reduziert auf einen wesentlichen Kern und oszillieren zwischen wieder erkennbaren Individuen und Ikonen.
So schließt sich der Kreis, dass allen Künstlerinnen das Subversive gemeinsam ist. Jede blickt auf ihre Art abgründig auf die bürgerliche Existenz und bleibt dabei voller Ironie und Sarkasmus. Im besten Sinne postfeministisch haben sie die Frage nach der Rolle als Frau in der Malerei, in der Kunst für sich gelöst. Hintergründig, elegant und zupackend erzählen Bender, Dietze, Seidel und Koch aus ihren Welten. Gerade im direkten Vergleich erschließt die Eigenständigkeit der einzelnen Positionen.
(Sasa Hanten)
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16.01. bis 27.02.10Andrea Bender
Annedore Dietze
Gabriele Koch
Slava Seidel
Cordula Sauer
Frauensache
VERNISSAGE
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